1. Marathon am 08.10.2006 in München

Nach vielen intensiven Laufstunden, einigen 10km Läufen (Citylauf-Rosenheim in 0:43:51, Keferlauf-Rosenheim in 42:20:00, Inndammlauf Raubling in 41:47, Attler-Lauf in 45:40) fühlte ich mich bereit für meinen ersten Marathon.
Dieser startete am 08.10.2006. Für mich war es das erste Lauf-Highlight dieser Größenordnung und ich war von allem einfach nur begeistert und beeindruckt.
Natürlich probierte ich im Vorfeld verschiedene Geschwindigkeiten aus und lief auch bereits längere Strecken als die 42,195 km allerdings mit deutlich niedrigerer Geschwindigkeit und so startete ich zwar bewaffnet mit einer Puls-Uhr mit Rundenzähler allerdings ohne irgend ein Gefühl ob ich die gewünschten km-Zeiten laufen könnte.
Durch die Dichte Gruppe in der ich gestartet war, blieb ich die ersten km dadurch auch leicht hinter meiner normalen Lauf Geschwindigkeit.
Als das Feld Richtung 15km bißchen lichter wurde trug mich der hipe der Zuschauer, so dass ich sogar schnellere km-Zeiten als gedacht lief.
Allerdings schlug, dann bei KM 27-30 die "Grüne-Hölle" zu. Im Englischen Garten nahm der Rummel der Zuschauer schlagartig ab und gleichzeitig stiegen die Gedanken ans aufhören sowie ein Gefühl der totalen Erschöpfung. Ich zweifelte ob ich das überhaupt schaffem wieso ich auf eine so blöde Idee komme hier mit zu laufen, ich sah ein Kind mit einer Cola-Flasche und ein unbeschreibliches verlangen nach Zucker stieg in meinem Körper auf.
In dieser Verzweiflung lief ich nur noch vom Gedanken an den nächsten Verpflegungsstand getrieben von Stand zu Stand.
Dabei blieb ich allerdings keinen Moment stehen, ich aß jedesmal lediglich einen minimales Stück einer Bannene allerdings nahm ich in jede Hand einen Becher Wasser.
Meine Schwägerin und mein Bruder zeigten mir im Vorfeld wie man unterm laufen die Becher fasst und wie man mit Ihnen läuft und trinkt ohne alzuviel zu verschütten.
Diese Übungen waren in dieser Phase äußerst nützlich.
Als auf einmal die Ziffern hinter der 3 immer höher wurden überstieg mich ein erster Schwal von Glücksgefühlen. Das Gefühl der Erschöpfung wich der Erkentnis, dass ich es gleich geschafft habe. Ich stellte mir die übrige Distanz auf meinen Trainingsstrecken vor und wusste diese Strecke kann ich doch immer laufen.
Ab der vorangestellten 4 lief ich dann auf einmal mit einem strahlern im Gesicht und konnte die Fans am Straßenrand wieder richtig warnehmen. Auch merkte ich wieder wie mich die Klänge der Straßenmusiker (vorallem Samba-Gruppen) direkt Richtung Ziel trugen.
Und dann erschien es.

Das MARATHON-TOR im Olympiastadion. 34 Jahre nach der Olympiade in München lief ich nun als 26jähriger Läufer durch dieses historische Tor und ich war einfach nur unbeschreiblich glücklich. Die Runde im Olympiastadion läuft man nicht mehr, die schwebt man.
als ich dann noch eine Zeit unter 3Std und 30 Minuten sah, wurde aus einem sonnigen Tag einer der sonnigsten Tage meines Lebens.
Im Ziel angekommen, meine Medallie umhängend, lies ich mich auf den Rasen fallen.
Neben der Zeit von 3:29:21 konnte ich zwar über eine Woche keine Stufen mehr steigen aber das machte nichts. ich fühlte mich wie wiedergeboren und die diversen Sätze über den Marathon konnte ich nun begreifen:
"Der Marathon sagt dir DU kannst im Leben alles erreichen", "Laufe eine Meile und du wirst gesünder, laufe einen Marathon und du wirst ein neuer Mensch"


Für mich stand fest, das war mein erster aber bestimmt nicht mein letzter Marathon.

P.S.
Das Jahr 2006 wurde läuferisch weiterhin von meiner ersten Teilnahme beim Mondsee-Triathlon (Siemens-Staffel), einigen 10km Läufen wie den Laffada-Weber-Lauf in Bad Feilnbach, dem "Tag des Laufsprtes in Harthausen" oder meine Teilnahme am 15km Siemsee-Lauf geprägt.
In der Rosenheimer Stadt-Wertung konnte ich in der Gruppe M20 den 3. Platz belegen.


 

2. Marathon in Hamburg 2006 - Bestzeit: 3 Std 22 Minuten 41 Sekunden für 42,195 km!

Diese Zahlen stehen für mich persönlich für Hamburg, eine der schönsten und sympathischsten Städte die ich je besuchen durfte.
Einer meiner Freunde (Sportjournalist Andreas Kloo) ging aus beruflichen Gründen für ein paar Jahre nach hamburg. So ergab es sich, dass ich beschloss einen Besuch mit der Teilnahme beim Hamburger Stadtmarathon zu kombinieren.
So setzte ich mich in den ICE (inkl. Gastgebergeschenk, ein Kasten Weißbier) und fuhr Ende April 2007 nach Hamburg. In der Zeit in der Andi arbeitete ging ich entweder im Alsterpark laufen oder ich erkundete die Stadt. Neben den obloigatorischen Hafenrudnfahrten, dem alten Elbtunnel, dem Rathaus, ... besuchte ich natürlich das Milantor und shoppte was das Zeug hält im Fan-Shop von St. Pauli.
Abends lernte ich den Kietz, diverse Irish-Pup's und vorallem das Schanzenviertel kennen. Gegenüber der roten Flora ließen wir nach wunderschönen Tagen den letzten Abend vor dem Marathon ausklingen. Ich fühlte mich so fit wie nie zuvor (und wurde bisher auch nicht mehr so fit).

Der Marathon-Tag war einfach perfekt. Es war eines der wärmsten April Wochenenden der Hamburger-Wettergeschichte und ein leichter Wind machte es zu einem perfekten Lauftag.
Ich lernte aus meinem ersten Marathon in München sehr viel und so ging ich in Hamburg nicht nur an einem schnelleren Start-Block an den Start sondern auch instensiver vorbereitet.
Im Vorfeld informierte ich mich viel über Ernährung und wand das erlente strikt an, ich trainierte nicht mehr mit Pulsuhr sondern absolvierte Läufe nach KM-Zeiten und selbst angepassten Trainingsplänen. An den Tagen vor dem Marathon absolvierte ich eine Kohlenhydrat-Diät um meine KohlenhydratSpeicher als erstes zu entleeren und zum Marathon hin komplett zu füllen. (Mein Magen nahm mir dieses bisserl übel).
Und so startete ich an einem perfekten Tag, mit einer super Vorbereitung und einem überzeugendem Gefühl und ich wurde für den Fleiß der Vorbereitung und dem akribischen Arbeiten am erreichen meines Ziels, den Marathon schneller als in München zu beenden und dazu nicht so stark in ein Loch zu fallen, belohnt.
Mein Training verhalf mir dazu, dass ich den Marathon genießen konnte. Zwar gibt es natürlich Phasen in einem Lauf indem man erschöpfter ist als in anderen, allerdings viel ich bei weitem in kein so krasses Loch als es in München noch der Fall war.

So konnte ich bei diesem Marathon wirklich viele Eindrücke von der Hansestadt mit nehmen. Ich war von den vielen Fans begeistert, zusäzlich gibt es im gegensatz zum Englischen Garten in München keine menschenleeren Stellen, so dass man immer von musikalischen Rhytmen getragen wird.

Natürlich kam ich erschöpft im Ziel an, aber ich war überglücklich und mein Körper brauchte bei weitem keine so lange Regenerieung als beim vorherigen Marathon. Andi feuerte mich im Ziel an und wir ließen anschließend den Marathon am Ziel bei ein paar Biers mit anderen Marathonis ausklingen.

Abschließend noch der Dank an Andi Kloo für die Unterstützung beim Marathon in Hamburg und ich bin immer wieder von deinen super Sport-Interviews begeistert (Aktuell für www.sport1.de tätig).


3. Marathon Berlin 2007 - Weltrekord und Verletzung oder der Unterschied von 2:04:26 zu 3:32:24

Nachdem der Hamburg-Marathon mir meine persönliche Bestzeit bescherrte, beschloss ich einige Tage darauf einen weiteren Marathon im Jahr 2007 zu laufen. Zunächst wollte ich in München laufen, allerdings stich mir in einigen Laufzeitschriften der Berlin-Marathon (der zu den 5. größten der Welt zählt ins Auge).
Ich buchte also einen FLug in die Landeshauptstadt, konnte bei einer ehemaligen Arbeitskollegin Quartier beziehen (DANKE nochmals Karin U. für das Quartier und die Unterstützung beim Lauf).
Allerdings stand das Training unter keinem guten Stern. Ich musste unzählige Trainingseinheiten abbrechen, da eine Entzündung im rechten Knie einfach nicht verschwinden wollte.
So flog ich mit einem unguten Gefühl nach Berlin.
Die Stadt begeisterte mich zwar enorm, die neue Mitte ist etwas außergewöhnliches für eine Großstadt. Die Kombination der modernen und der historischen Stadt wie man es unter den Linden noch erahnen kann war überwältigend. Neben dem getöße auf dem Kurfürstendamm, waren meine Begegnungen und Gespräche mit Punks am Warschauer-Platz oder Bahnhof Zoo direkt bodenständig. Im großen und ganzen war Berlin für mich vorallem durch dem Symbolgehalt dieser Stadt geprägt.

Der Start des Berlin-Marathons am Reichstag ist ein ganz ein besonderes Gefühl. Weiterhin in einer Menge zu stehen und zu wissen einige Tausend Leute vor einem steht er, der größte allere Marathonis: Haile Gebrselassie

Der Marathon begann und die ersten KM konnte ich getragen vom getöße der Mengen direkt leicht absolvieren. Ich erreichte zur erste Hälfte sogar eine Zeit die um 1 Minute schneller als in Hamburg war. Auch zeigte sich, dass mein Körper auf eine Geschwindigkeit eingespielt ist, so dass meine 5KM-Zeiten in der ersten Rennhälfte annähernd identisch sind (einmal sogar auf die Sekunde). Aber in der zweiten Hälfte wurde der Mann mit dem Hammer von erneuten schmerzen im rechten Knie unterstützt.
Die Schmerzen waren so stark, dass ich kämpfen musste wie nie zuvor. Zwischenzeitlich ging ich soager ein paar Schritte aber mein Durchhaltegeist besiegte jedesmal die Gedanken an Aufgabe und so quälte ich mich ins Ziel.
Im Ziel angekommen, war ich über meine Zeit von 3 Std 32 Minuten und 24 Sekunden überrascht. Das ist zwar meine schlechterste Marathonzeit aber für dem "Stillstand" und den Schmerzen während des Rennens immer noch in Ordnung. Insgeheim wünschte ich mir vor dem Berlin-Marathon meine Hmaburg-Zeit zu verbessern und ich kann nur mutmaßen, aber ich denke ohne Entzündung wäre das drin gewesen. Beim Weltrekord von Haile Gebrselassie dabei zu sein und wie er durch das Brandenburger-Tor zu laufen und an der selben Stelle wie er durchs Ziel zu schreiten war dann doch noch ein zusätzliches Glücksgefühl, dass den tag zu einem wunderschönen Tag machte. Auch wenn ich 6.150 Menschen nach Ihm und knappen 1,5 Std später durch das Ziel lief.


Allerdings führte die erneurte Entzündung dazu, dass ich für eine lange Zeit nicht mehr laufen konnte. Zusätzliche neue berufliche Herausforderungen entfernten mich Schrittweise vom Marathon, so dass ich aktuell realistsch gesehen, sehr weit von meiner damaligen Form entfernt bin. Aber eine Fußballweißheit gilt auch für uns Marathonis:
Nach dem Marathon ist vor dem Marathon und so werde ich sicherlich einmal wieder einen Marathon laufen (mein Traum ist der Reggae-Marathon auf Jamaika, da diese Insel seit meiner Hochzeit mit meiner Frau Karin auf Ihr etwas ganz besonderes für uns ist)